Ein Blick in die deutschsprachige OpenDataSoft-Welt

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In der Vergangenheit haben wir viel über Open-Data-Beispiele aus Frankreich berichtet – höchste Zeit, einen Blick auf unsere deutschsprachigen OpenDataSoft-Kunden zu werfen, bei denen sich viel in den letzten Monaten getan hat.

Beginnen wir mit Brandenburgs Landeshauptstadt Potsdam: Diese ging Anfang des Jahres mit ihrem Open-Data-Portal online und schürte damit das Interesse der lokalen Presse. Inspiriert von den Datenvisualisierungen auf dem Portal, nahmen sich die Potsdamer Neueste Nachrichten den Weiterverwendungsgedanken von Open Data gleich zu Herzen und banden eine interaktive Karte der örtlichen Grundschulen in ihrem Artikel ein.

Grundschulen sind jedoch nicht das einzige, was Potsdam auf seinem Portal präsentiert. Die Landeshauptstadt veröffentlicht zahlreiche Pläne zur Infrastruktur, die lokalisiert dargestellt und gar heruntergeladen werden können. Ein interessantes Beispiel ist das Radverkehrskonzept zum Zielnetz. Dieser Datensatz zählt die einzelnen Streckenabschnitte auf und präsentiert die geplanten Maßnahmen mitsamt ihrer jeweiligen Priorität auf einer Karte. So können Potsdamer Bürger auf leichte Weise nachverfolgen, wie sich das Radverkehrsnetz in den nächsten Jahren weiterentwickeln wird.

Durch Open Data die Transparenz der Verwaltung steigern: eins der klassischen Ziele offener Daten

Neugierig, welche Bauprojekte die Stadt in Ihrer Nachbarschaft plant? Potsdam zeigt sich transparent und stellt seine Bebauungspläne auf dem Potsdamer Portal für Bürger ansprechend dar: Nutzer können auf einer Karte navigieren und die Gebiete innerhalb der Stadt auswählen, für die die Landeshauptstadt Großes plant. Bei einem Klick auf eine Fläche erhalten die Nutzer zusätzliche Informationen und einen Link, der sie zu den konkreten Plänen führt.

Daten lokalisiert darzustellen ist auch in der nordrhein-westfälischen Stadt Dormagen ein wichtiges Thema. Die Stadt aktualisiert in regelmäßigen Abständen ihre Startseite mit Karten, die z.B. die Standorte von Tischtennisplatten verzeichnen. Neben den Datensätzen ist der Stadt vor allem wichtig, Hintergrundinformationen zu bestimmten Themen mitzugeben, die die Daten in einen Kontext setzen.  So beschreibt z.B. die Chronologie der Stolpersteine in Dormagen, wie ein Bürgerantrag zum Ratsbeschluss und der Verlegung der sogenannten Stolpersteine in Dormagen führte – Denkmale, die an die Opfer der Nationalsozialisten erinnern.

Auch automatisch aktualisierte Datensätze finden sich auf dem Dormagener Portal. Jede Nacht gegen Mitternacht aktualisieren sich die Daten zu den Besuchen der offiziellen städtischen Webseite. Als Nutzer lassen sich diese Besuche leicht analysieren: nicht überraschend ist, dass die meisten Besucher aus Deutschland kommen. Etwas erstaunlicher mag die Tatsache sein, dass die meisten „Aktionen pro Besuch” von Besuchern aus Finnland durchgeführt wurden. Möglicherweise erwägen einige Bürger aus dem finnischen Norden nach Dormagen überzusiedeln?

Deutschsprachige Open-Data-Portale

In Mannheim lassen sich die Vorlieben der Eltern für Vornamen ihrer neugeborener Mitbewohner nachverfolgen. So schaffte es der Name „Sophie” zwei Mal in Folge auf Platz 1 der häufigsten weiblichen Vornamen. Bei den Jungen wechselten sich dafür „Alexander”, „Leon” und „Elias” auf dem ersten Platz ab.

Auf das Mannheimer Open-Data-Portal wurden auch die Studierenden des Studiengangs „Public Management“ von Prof. Dr. Müller-Török an der Hochschule für Öffentliche Verwaltung und Finanzen in Ludwigsburg aufmerksam. Diese haben das Portal analysiert, um mit ihrem Leitfaden, Empfehlungen für Akteure der öffentlichen Verwaltung zu geben.

 

Unternehmen teilen spannende Datensätze als Open Data, um vor allem Innovationen zu steigern

Auch im privaten Sektor tut sich im Bereich Open Data einiges – vor allem in der Schweiz. Dort veröffentlicht das Telekommunikationsunternehmen Swisscom auf seinem Portal nicht nur spannende Datensätze zum Schweizer Kommunikationsverhalten, sondern auch Daten zu Personenflüsse. So kann man zum Beispiel sehen, wo sich die meisten Besucher des Zürcher Bahnhofs zur morgendlichen Rushhour zwischen 8 und 9 Uhr befinden. Die Daten werden anonymisiert und lediglich bei bestimmten Mengengrößen aggregiert veröffentlicht, so dass sich konform mit dem Datenschutz keine Rückschlüsse auf einzelne Personen ziehen lassen.

Wer nach richtig großen Datensätzen sucht, wird bei der Schweizerischen Post fündig. Diese veröffentlicht zum Beispiel Boteninformationen – einen Datensatz mit über 1,8 Millionen Zeilen. Und auch andere Datensätze dienen als Quelle für Analysen: So nutzte zum Beispiel wenige Tage nach dem Start des Portals im vergangenen Herbst das Beratungsunternehmen Grünenfelder Zumbach die Zugangspunkte der Post, um eine Analyse des Schweizer Poststellennetzes auf Github zu veröffentlichen.

Bei den Schweizer Bundesbahnen SBB wird mit Open Data auch das Auge bedient: In einem Datensatz veröffentlicht das Unternehmen Bahnhofsbilder, die ein Nutzer bereits auf dem Portal bewundern kann. Und falls man sich fragt, wie einer dieser Bahnhöfe vor vierzig bis fünfzig Jahren ausgesehen haben mag, findet man auch hierzu den passenden Datensatz mit historischen Bildern. Möglicherweise eine interessante Ablenkung, sollte man auf einen Zug warten. Die aktuellen Bahnverkehrsinformationen kann man ebenfalls auf dem Portal mitverfolgen, welche sich alle fünf Minuten automatisch aktualisieren.

Eins der Ziele von Open Data ist bekanntlich, dass veröffentlichte Daten weiterverwendet und so neue oder verbesserte Dienste entstehen. So liegt es bei manchen Datensätzen wie dem zu den „Emergency Exits”, der die Notausgänge an Schweizer Bahnstrecken verzeichnet, nahe, dass man sich eine möglichst weite Verbreitung nur wünschen kann. Bei manch anderen Datensätzen mag die mögliche Weiterverwendung nicht immer gleich nahe liegen. Doch aus unserer Erfahrung haben wir vor allem eins gelernt: jeder offene Datensatz hat das Potenzial, als Basis für die nächste große Idee und Innovation zu dienen.

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